Das war in München am ersten MaiDa gings um Leben und SterbenDie Weißen tobten ; es krachte das BleiGranaten spien Tod und VerderbenBeim Stachuskiosk am MaschinengewehrEin Rotgardist schoß in die RundeDie Kugeln pfiffen rings um ihn herEr blutet aus mancher WundeSchießt her ! Ich diene bis zum TodDer RevolutionWas weiß die gekaufte SöldnerbrutVom Kampf der geknechteten Masse ?Für Freiheit und Zukunft fließt unser Blutwer fällt, der stirbt seiner KlasseUnd näher rückt, näher der Weißen ScharSchon gehn die Patronen zur NeigeDen Browning zur Hand ! Was Tod und GefahrSchießt her ! Ihr seht mich nicht feigeHier steht und fällt ein RotgardistDer RevolutionAm Karlsplatz schlagen Granaten einDie Kirchenfenster zersplitternDer Rote Soldat steht blutend alleinEr empfängt den Feind ohne ZitternDa streckt ihn ein Kolbenschlag rücklings hinUnd sterbend droht er den WeißenIhr könnt, ob ich selbst auch verloren binDen Glauben mir nicht entreißenIch sterbe, doch am Leben bleibtDie Revolution
Im Sommer 1923 traten einige Niederchönenfelder Mitgefangene an den Autor heran mit der Bitte, ein altes Reiterlied, dessen patriotischer und süßlich-sentimentaler Text ihnen beim Singen mißfiel, umzudichten. Das vorliegende Lied hält sich ziemlich nah an die alte Vorlage. Der behandelte Todeskampf des Münchener Rotgardisten wurde dem Verfasser jedoch von den Festungskameraden als Augenzeugen ganz so erzählt wie er hier behandelt ist. [1925]